Folge 22: Godmother of Grunge
Shownotes
Tina Bell ist eine Frau, die heute, 14 Jahre nach ihrem Tod, ein Revival erlebt. In den sozialen Medien wird sie als Begründerin des Grunge gefeiert, einige Reels über sie gingen viral. Und wir raufen uns die Haare: Warum kannten wir sie nicht?
Wir erzählen euch die Geschichte einer Woman of Color, die ihre Band BAM BAM verließ, weil sie konstanten rassistischen, sexistischen und misogynen Anfeindungen ausgesetzt war. Sie gab sich selbst auf, verschwand von der Bildfläche, löste sich im allerwahrsten Sinne des Wortes in ihre Bestandteile auf. Trug sie daran die Schuld? Nein. Eine Szenepresse, die damals noch die absolute Macht darüber hatte, über wen erzählt wurde und über wen nicht, schloss Tina und ihre Band bis auf ein paar Randnotizen aus. Und das, obwohl der Sound von BAM BAM wegbereitend war für alle Ausläufer des Grunge, die noch kommen sollten. Kurt Cobain war der Tourroadie der Band. Die MELVINS waren ihre Vorband. Das alles half nichts. Tina war bekannt in der Szene, doch der Fakt allein, dass sie eine schwarze Frau in einer Rockband war, überforderte den größtenteils männlichen, weißen, flannellhemdentragenden Seattler Underground. Was wäre gewesen, hätte Tina Bell die Möglichkeit gehabt, sich wie Millionen von Künstler:innen heute über die sozialen Medien Aufmerksamkeit zu verschaffen? Wir wissen es nicht. Was wir nun wissen ist, dass wir nicht aufhören dürfen zu suchen. Denn dass etwas nicht erzählt wird, bedeutet nicht, dass es nicht da war.
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