Folge 18: Teddy Girls

Shownotes

Softdrinks, Kino, Magazine und vor allem Rock’N’Roll: Im London der 50er Jahre formt sich die erste Teenage Rock Rebellion Europas. Geprägt wird diese von den Teds, rüpelnden, an Straßenecken herumlungernden und rauchenden Jugendlichen aus der Arbeiterklasse. Die Nachbarschaft ist besorgt. Dabei kleiden sich diese jungen Menschen alles andere als unschick: Mit aus mehreren Arbeitslöhnen zusammengesparten “Drape Suits” und sorgfältig gegelten Frisuren beweisen die Jugendlichen eine Stilsicherheit, die sich definitiv über die der Elterngeneration hinwegsetzt. Der “Edwardian Style” wird zum Erkennungsmerkmal einer ganzen Jugendbewegung. Deren integraler Bestandteil sind die “Teddy Girls”, die in den Augen von Presse und Eltern noch verlotterter sind als ihre männlichen Peers. Sie rauchen, sie organisieren sich in Girlgangs, sie tragen Männerkleidung und -frisuren, sie stacheln Faustkämpfe an und tragen Klappmesser. Vor allem aber sind sie nicht zuhause. Sie bilden ihre Identität nicht am heimischen Herd, sondern entfalten sich wie Phönixe aus der Asche des Kriegsschutts. Ein Blick in einen nahezu vergessenen Mikroorganismus.

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